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Robert Kurz


Robert Kurz

INTERVIEW MIT DER BRASILIANISCHEN ZEITSCHRIFT CARTA CAPITAL (SAO PAULO)

1. Die Einbußen der amerikanischen Banken sind in letzter Zeit enorm gestiegen. Im Laufe weniger Wochen wurden die Verlustschätzungen um Milliarden US-Dollars nach oben korrigiert. Wie bewerten Sie die dortige wirtschaftliche Lage?

2. Sie haben den Begriff des „Casinokapitalismus“ geprägt, um die heutige Phase der Weltwirtschaft zu bezeichnen. Glauben Sie, dass die aktuelle Krise der Epoche der „Spekulationsblasen“ ein Ende setzt?

3. Kritiker haben Sie einen „Katastrophist“ benannt, weil Sie meinen, der Kapitalismus wird bald in eine Sackgasse geraten, was zwangsweise zu dessen Überwindung führen wird, wie Marx bereits vorhergesehen hatte. Was meinen Sie, was wollen denn Ihre Kritiker nicht zur Kenntnis nehmen?

4. Die Entwicklungsländer, einschließlich Brasilien und vor allem China, sollen die Weltwirtschaft durch einen Rettungsweg aus der aktuellen Krise hinausführen. Wie stehen Sie zu dieser Behauptung?

5. Nach Ihrer grundlegenden Kritik am Kapitalismus laufen die sogenannten Entwicklungsländer einer Illusion hinterher, wenn sie ein wirtschaftliches Wachstumsmodell verfolgen, das jenes der entwickelten Länder nachahmen will. Wie könnten die Entwicklungsländer am besten die vielen Arbeitsplätze schaffen, die sie nötig haben?

6. In den letzten Jahren hat die brasilianische Regierung in soziale Programme investiert, die losgelöst von der Arbeitswelt ein Mindesteinkommen an arme Familien verteilen. Michael Hardt und Antonio Negri sind der Meinung, das sei ein guter Ausweg. Stimmen Sie ihnen zu?

7. Sie haben den Begriff „Geldsubjekte ohne Geld“ eingeführt, um die Massen von Arbeitslosen in den Entwicklungsländern zu bezeichnen. Was sollen wir aus der historischen Krise erwarten, in der sich diese Menschenmengen befinden?

8. Und in Bezug auf die Mittelschicht? Führt denn kein Weg aus der Verschlechterung der Arbeitslage hinaus? Werden neue Technologien ein Produktionswachstum ermöglichen und neue Arbeitsbereiche schaffen, die zusammen die Entlassungen in der Industrie ausgleichen können?

9. Auf welche Weise kann sich die weltweit verbreitete Energiekrise auf die Souveränität weniger entwickelter Länder auswirken, besonders in Lateinamerika?

10. Paul Virilio behauptet, dass wir unter der Ägide der Beschleunigung leben. Stimmen Sie dieser Behauptung zu? Sind dieser Beschleunigung keine Grenzen gesetzt? Werden wir ein „Zeitalter der Verlangsamung“ erleben, nachdem die totale Beschleunigung erreicht ist?




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