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Richard Aabromeit


Erscheint in Kürze in EXIT! Krise und Kritik der Warengesellschaft Heft 13 (2016)

Richard Aabromeit

Wert ohne Krise – Krise ohne Wert? Zur Absenz einer Krisentheorie bei Moishe Postone

Aus dem Seminar des Lesekreises Wert-Abspaltungskritik Dresden: „Moishe Postone zwischen Wertkritik und Traditions-Marxismus“ vom Mai 2014

„Eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx“, so lautet der Untertitel zu Moishe Postones Buch „Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft“ von 20031. Dieses Motto macht eine Menge Appetit und, wenn man so wie ich selber mit großen Erwartungen an die Lektüre herangeht, und wenn dann obendrein noch ein Seminar nach Beendigung der Diskussion zu diesem Buch im Lesekreis mit reger Teilnahme stattfinden soll – ja, dann müssten wohl zumindest ein paar Wünsche in Erfüllung gehen, und es kann um die kritische Theoriebildung hierzulande gar nicht so schlecht bestellt sein… Wir waren von Beginn unserer über einjährigen Lektüre und Diskussion an zuversichtlich, dass neben der Bestimmung oder der Neuinterpretation zahlreicher gesellschaftlicher Kategorien, wie z. B. Geschlecht, Wert, Arbeit, Geld, Kapital, etc., der Text auch über Aussagen darüber verfügen würde, was eine über die kapitalistische Gesellschaftsformation bzw. über das warenproduzierende Patriarchat hinausweisende Perspektive begründen kann: unter anderem eben eine (radikale) Krisentheorie. Eine solche Krisentheorie müsste sich einerseits auf die Fragmente im Marxschen Gesamtwerk beziehen, die dafür infrage kommen, insbesondere natürlich aus den drei Bänden „Das Kapital“ (also MEW 23, 24, 25), aus den „Grundrissen“ (MEW 42), sowie aus „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ (MEW 13). Andererseits wäre ein Weitertreiben der Diskussion im Sinne einer Zusammenführung, Verbindung und Transformation dieser Fragmente in Richtung Vervollständigung und Aktualisierung einer solchen Theorie zu leisten. Nach dem Tode Marxens 1883 wurden derartige Versuche bekanntlich zwar immer wieder, aber eigentlich eher recht sporadisch versucht, u. a. von Rosa Luxemburg, Karl Korsch und Henryk Großmann. Nach dem zweiten Weltkrieg allerdings verschwand das Thema Krisentheorie fast völlig aus dem gesellschaftlichen Diskurs. Auch die wenigen Marxist/inn/en, die sich einzumischen versuchten, verzichteten auf dieses Thema weitestgehend oder bezogen sich pauschal auf Aussagen von Marx zu dem Thema. Erst 1980 meldeten sich Vertreter/innen des sogenannten Göttinger Kreises der Jungsozialisten in der SPD mit ihren „Göttinger Thesen II“ (Göttingen 1980), also etwa zeitgleich mit dem Höhepunkt der dritten industriellen Revolution, zu Wort. Im Gefolge dessen erschienen wieder ernstzunehmende Texte, die mit Krisen- oder auch vermeintlichen Zusammenbruchtheorien in Verbindung standen und den dünnen Faden der marxistischen Krisentheorie wieder aufnahmen. Allerdings blieben diese Anstrengungen im Wesentlichen auf die „Initiative Marxistische Kritik“, später die „Krisis“ Gruppe und heute die Gruppe „EXIT!“ beschränkt. Im Gegenteil: Sowohl die bürgerliche Nationalökonomie und Soziologie als auch die Traditionsmarxisten, die Neue Marxlektüre und selbstverständlich auch die Bewegungslinken versuchten zunächst, das Thema Krise oder gar Krisenerklärung mehr oder weniger routinemäßig ganz zu verschweigen oder aus ihrer Theoriebildung zu verbannen; später, als dies aufgrund der empirischen Datenlage nicht mehr plausibel zu rechtfertigen war, wurde gegen jegliche radikale Krisentheorie mehr oder weniger niveauvoll polemisiert. Mit dem zu Beginn angeführten Anspruch seitens Moishe Postones hätte man von ihm durchaus einen einigermaßen bedeutenden Beitrag zu dieser Thematik erwarten können – wenigstens aber ein paar Hinweise oder eine Ankündigung späterer Versuche seinerseits, diesen Problemkreis wegen seiner Relevanz wieder aufgreifen zu wollen, wären angemessen gewesen. Leider findet sich weder in dem Buch, das wir als Ausgangspunkt und Grundlage für das genannte Seminar in Dresden verwendet hatten, so etwas, noch ist Postone in späteren Äußerungen mit mehr als ein paar wenigen oberflächlichen Sätzen darauf zurückgekommen.

Neben all den Verdiensten, die man dem Beitrag von Postone bei der Diskussion bzw. beim Neuansatz einer radikalen Gesellschaftskritik ohne Zweifel zugutehalten muss, legt das Fehlen einer Krisentheorie einen dunklen Schatten über die Qualität der Postoneschen Erkenntnisse. Er nimmt zwar zur Kenntnis, dass es irgendeine Art von Krise geben muss; z. B. schreibt er: „Die hier skizzierte Auffassung der komplexen Dynamik des Kapitalismus ist von großer Relevanz für die heute drohende [sic!] doppelte Krise – die Umweltzerstörung und der Niedergang der Arbeitsgesellschaft.“ (Postone 2013, 384). Wer aber gehofft hat, Postone ginge nun auf den Begriff „Krise“ ein, der/die irrt; unmittelbar anschließend fährt Postone nämlich mit dem Thema „Wachstum“ fort: „Sie [Postones Auffassung; RA] ermöglicht eine gesellschaftliche (statt einer technologischen) Kritik, die den Wachstumsverlauf und die Produktionsstruktur in unserer modernen Gesellschaft zum Gegenstand hat.“ (ebd.). Und er geht auf das Thema „Wachstum“ und nicht etwa auf das Thema „Krise“ näher ein. Noch weiter von einer Krisentheorie entfernt formuliert er: „Entgegen den Analysen von Robert Kurz glaube ich jedoch nicht, dass diese Entwicklungen notwendig zum Zusammenbruch des Kapitalismus führen werden, auch wenn die Expansionsdynamik ins Stocken gerät. Die gegenwärtigen krisenhaften Entwicklungen könnten stattdessen auch zu einer Herausbildung hochmilitarisierter Staaten führen, in denen eine große Anzahl von Menschen überflüssig geworden ist und mit autoritär-repressiven Maßnahmen in Schach gehalten wird. Das ist ein sehr unschönes Szenario, aber auch so könnte der Kapitalismus überleben.“ (Postone 2012, 166). Postone verlässt mit diesen Hinweisen leider seine so mühsam erarbeitete Ebene der fundamentalen Wertkritik; er taucht ein in eine Staatsfixierung und in einen Politizismus, womit er zwar die drohenden Aktionen der Machthaber beschreiben, aber womit ihm eben nicht die begriffliche Erfassung der gesellschaftlichen Situation gelingen kann. So wird der Verdacht, dass Postone nämlich über eine Krisentheorie gar nicht verfügt oder eine solche platterdings ablehnt, bestärkt.

Auf der Suche nach Spuren einer Krisentheorie in seinem Buch tut man sich außerordentlich schwer. Zwar führt auch Postone, wie die meisten Marxist/inn/en, das berühmte Marx-Zitat aus den Grundrissen („Das Kapital ist selbst der prozessierende Widerspruch…“ [MEW 42, 601f.; bei Postone, 2003, zitiert auf S. 68]) an. Statt aber die Gelegenheit zu ergreifen, wenigstens hier eine Krisentheorie zu entwickeln, was ja Marx in seinem gesamten Werk nur fragmentarisch gelungen ist, oder wenigstens Ansätze dazu aufzuzeigen, wendet sich Postone sofort wieder einem seiner Lieblingsthemen (hier: die Arbeit) zu. Dass aber genau dieses Zitat aus den Grundrissen einer der wichtigsten Hinweise von Marx selbst auf die „question de vie et de mort“ (ebd.) der kapitalistischen Produktionsweise ist, scheint Postone vollständig zu entgehen. Damit wird er sich auf die Suche nach einer anderen Möglichkeit machen müssen, die über unsere Gesellschaftsformation hinausweisen könnte, und das tut er dann in seinem Buch auch. Nur eine Seite nach dem genannten Marx-Zitat aus dem Maschinen-Fragment der Grundrisse heißt es bei Postone: „Sein [Marxens; RA] Verständnis des Grundwiderspruchs im Kapitalismus bezieht sich im Wesentlichen nicht auf den Widerspruch zwischen privater Aneignung und vergesellschafteter Produktion [soweit d’accord; RA], sondern auf den Widerspruch innerhalb der Produktionssphäre selbst, wobei diese Sphäre den unmittelbaren Produktionsprozess und die durch die Arbeit im Kapitalismus konstituierten sozialen Verhältnisse umfasst.“ (Postone 2003, 69f.; Herv. i. O.). Wieder ein paar Seiten später lesen wir: „Eine kritische Theorie des Kapitalismus und der Möglichkeiten seiner Aufhebung sollte daher auch eine Theorie der gesellschaftlichen Konstitution solcher Bedürfnisse und Bewusstseinsformen sein – eine Theorie, die die qualitativen historischen Veränderungen von Subjektivität anzugehen und die sozialen Bewegungen der Gegenwart dementsprechend zu begreifen vermag. Dies könnte ein neues Licht auf den Marxschen Begriff der Selbstabschaffung des Proletariats werfen und bei der Analyse der sozialen Bewegungen der letzten Jahrzehnte gute Dienste leisten.“ (Postone 2003, 73). Somit hätten wir das Proletariat (neben anderen „Bewegungen“) als Akteur: Das ergibt zusammen ein sozialrevolutionäres Gemenge, das Postone lieber betrachtet als eine Krisentheorie zu formulieren.

An dieser Stelle könnten viele, die Postones Untersuchung von vornherein skeptisch oder ablehnend gegenüber stehen, sagen: Also ist auch Postone im Grundsatz lediglich eine Art später Klassenkämpfer oder ein Vertreter von Interessen Unterdrückter und Benachteiligter, nur eben auf einem edleren Niveau, von dem aus sich die Wertkritik erschließen lässt, und von dem aus zusätzlich vermieden wird, dass sich das revolutionäre Subjekt (z. B. die Arbeiterklasse zusammen mit den Intellektuellen und den neuen Mittelschichten, oder die Multitude [vgl. Hardt/Negri 2004]) zu stark auf die Eigentumsfrage fokussiert (vgl. Postone 2003, 255 Fn30). Ja, wer es sich einfach machen will, der/die könnte jetzt sowohl Postones Buch als auch den vorliegenden Text zur Seite legen und zur Tagesordnung übergehen. Aber um den Stellenwert von Postone adäquat einschätzen zu können, lohnt es sich schon, wenigstens ein klein wenig weiter zu forschen!

Zwar lehnt Postone in der Tat die orthodoxe Betonung der Arbeiter/inn/en-Klasse (im traditionellen Sinne: alle kapital- bzw. verwertungsproduktiven Arbeiter/innen) als revolutionäres Subjekt zur Überwindung des Kapitalismus ab, indem er aufzeigt, dass der Klassenwiderspruch zwischen Bourgeoisie und Proletariat ein rein immanenter Widerspruch dieser Gesellschaftsformation ist (vgl. Postone 2003, 473ff.); durch den Bezug auf verschiedene soziale „Bewegungen“ (z. B. Frauen-, Minderheitenbewegungen, u. ä.), sowie des impliziten Dithyrambus auf diejenigen, die auch in einer postkapitalistischen Periode die notwendige „Interaktion zwischen Menschheit und Natur“ (Postone 2003, 575) sicherstellen müssen, errichtet er aber die Grundlagen für ein anderes, nicht präzise umrissenes, revolutionäres Subjekt, das die Aufgabe hat, den Wert und die Arbeiterklasse abzuschaffen. Nur nebenbei bemerkt: Interessanterweise thematisiert Postone den Status bzw. die Rolle der Bourgeoisie in seinem Buch überhaupt nicht – also weder als Widerpart zu den sozialen Bewegungen, noch als Gegner bei der Überwindung des Kapitalismus, noch sonstwie. Wie kann es zu all dem eben angeführten kommen, wo doch Postone immer wieder ausdrücklich den traditionellen und den Arbeiterbewegungs-Marxismus ablehnt? Wie kann es dazu kommen, wo er doch auch so viele Verdienste rund um die Neuinterpretation der Marxschen Wertkritik und um die Verdeutlichung der historischen Bestimmtheit des Kapitalismus hat? Und wieso erfasst er die Wichtigkeit einer radikalen Krisentheorie nicht, obwohl auch seine Verdienste um die Verdeutlichung der Dialektik der kapitalistischen patriarchalen Warenproduktion unbestritten sind?

Im Folgenden soll nun der Versuch unternommen werden, einige der Gründe (sicherlich nicht alle) für dieses Manko ausfindig zu machen und aufzuzeigen, was das für die Theoriedebatte bedeuten kann; nebenher soll verdeutlicht werden, welche Relevanz eine radikale Krisentheorie für das Verständnis der aktuellen Verhältnisse in ihrer Totalität hat.

Die Dialektik von Transformation und Rekonstitution

Die von Postone reklamierte Dialektik der kapitalistischen Produktionsweise zeigt sich eben nicht nur in dem von ihm zu Recht beschriebenen „Tretmühleneffekt“ (Postone 2003, 436); bei der Behandlung dieses Tretmühleneffektes wird von ihm geflissentlich übersehen, „dass die Steigerung der Produktivität logisch einen Punkt erreichen muss, an dem sie mehr abstrakte Arbeit überflüssig macht, als durch die Erweiterung der Märkte und der Produktion zusätzlich mobilisiert werden kann. Dann nützt auch die Erhöhung des relativen Mehrwerts pro einzelne Arbeitskraft nichts mehr, weil die Anzahl der insgesamt anwendbaren Arbeitskräfte zu stark sinkt. Es lässt sich zeigen, dass dieser von Marx abstrakt antizipierte Punkt mit der dritten industriellen Revolution konkret-historisch erreicht wird. Sonst hätte das Kapital auf seinen eigenen produktiven Grundlagen genügend abstrakte Arbeit mobilisieren und die reale Produktion von Wert steigern können, statt diese in einer beispiellosen Größenordnung durch Verschuldung, Finanzblasen und Staatskredit subventionieren zu müssen.“2 Es hilft nichts: Der oben erwähnte Begriff des Tretmühleneffektes trägt bei Postone dazu bei, die Erschließung der inneren Widersprüchlichkeit der kapitalistischen Produktionsweise zu verschließen. Dadurch, dass sich nach Auffassung von Postone die Wertverwertung wie in einer Tretmühle beständig – auf ewig? – rekonstituiert, sind alle gegebenenfalls auftretenden Krisen grundsätzlich überwindbar, wenn auch möglicherweise mit heftigen Problemen. Von dieser Warte aus betrachtet, ist eine / jede Krise irgendwie nichts anderes als eine Phase der Überakkumulation bzw. Unterkonsumption, und solchen Krisen folgten seit Beginn des Kapitalismus bislang immer Phasen der Prosperität – ergo: Wozu braucht man und was nützt eine Krisentheorie, obendrein eine, die von einer absoluten Schranke spricht – die es bei Postone ja gar nicht geben kann? So gesehen wird Postones Standpunkt zwar nicht besser, aber ein wenig verständlicher.

Der schillernde Arbeitsbegriff – und derjenige des Wertes

Die Begrifflichkeit des Wertes und damit auch seine Erklärung samt derjenigen seiner Herkunft ist aber für den Fortgang der kapitalistischen Produktionsweise und ihrer Krisen von hoher Bedeutung: Die durch die Konkurrenz in der Realisationsbewegung – eine Bewegung, die auf der Ebene der Totalität stattfindet – erzwungene, sich stets beschleunigende Innovationstätigkeit der Einzelkapitale führt zunächst dazu, dass je Zeiteinheit immer mehr stoffliche Einheiten erzeugt werden können. C. p. bleibt also je physischem Stück Erzeugnis eine immer geringere Menge Wertanteil vom gesellschaftlichen Gesamtwertprodukt übrig. Solange durch innere und äußere Expansion noch mehr Arbeitskraft unter die kapitalistische Produktionsweise subsumiert werden konnte als durch die Produktivitätserhöhung überflüssig gemacht wurde, fiel das nicht wirklich auf und bewirkte, dass trotzdem noch hinreichend Mehrwertmasse produziert wurde, um ein Motiv für Kapitalanlagen in der Industrie abzugeben. Spätestens seit dem Höhepunkt der dritten industriellen Revolution in den 1970er/1980er Jahren gelingt dieses Kunststück aber immer weniger. Mit anderen Worten: Die Mehrwertmasse (auf globaler Ebene) bleibt konstant bzw. beginnt zu sinken – da immer mehr Arbeitskraft aus dem Produktionsprozess entfernt wird. Da aber (s. o.) die Produktivität immer weiter steigt, tendiert die Mehrwertmasse je physischer Einheit an Erzeugnis in Richtung Null. Somit lohnt eine Investition in die industrielle Warenproduktion tendenziell immer weniger, was sich ja, empirisch problemlos feststellbar, bei der Hinwendung der frei gewordenen Kapitalteile zu lukrativen, i. e. profitablen Anlagemöglichkeiten, insbesondere alte und neue Finanzkonstrukte, mehr als deutlich zeigt.

Theorie ohne Empirie?

Die alte Crux mit der Wertsubstanz…

Wie im obigen Abschnitt „Der schillernde Arbeitsbegriff – und derjenige des Wertes“ bereits angedeutet, wird durch die Verausgabung von abstrakter Arbeit der in der Wertverwertung angewandten Arbeitskräfte die Substanz gebildet, die den Wert darstellt. Zwar findet diese Substanzbildung in der Sphäre der Produktion, also in der gesellschaftlichen Vermittlung des Kapitalverhältnisses statt – soweit kann Postone gefolgt werden –, diese Tatsache erklärt aber nicht, dass die Verausgabung von abstrakter Arbeit einen quantitativen Aspekt besitzt, nämlich den der Substanz; deren „Quantität“ kann zwar nicht höchstselbst in Erscheinung treten. Da sie aber nur zustande kommt, indem gesellschaftlich notwendige Arbeit über einen gewissen Zeitraum hinweg verausgabt wird, ist ihre Voraussetzung qualitativ (das gesellschaftliche Vermittlungsverhältnis) und quantitativ (Zeitdauer der Verausgabung abstrakter, gesellschaftlich notwendiger Arbeitskraft). Durch das von Postone allein als Bestimmung zugelassene Kriterium der Wertsubstanz, nämlich das der gesellschaftlichen Vermittlung, kann nur die qualitative Seite des Wertes erklärt werden. Da aber die aktuelle Krise verdeutlicht, dass die Wertsubstanz weltweit gesehen im Abschmelzen begriffen ist – anders gesagt: quantitativ verringert wird –, muss Postone hier die Segel streichen (oder erst gar nicht auftakeln) und auf eine Krisentheorie vorsichtshalber ganz verzichten.

Fazit

 

Verwendete Texte von Moishe Postone:

Weitere Literatur:

 





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