Seit den 2010er Jahren erlebt Intersektionalität, d.h. die Kreuzung verschiedener Diskriminierungsformen und „Identitäten“ im Zusammenhang mit „Rasse“, Klasse, Geschlecht usw., einen wahren Boom, meistens vor dem Hintergrund einer Betroffenheitsperspektive. „Intersektionalität“ ist dabei längst Gegenstand eines verdinglichenden Akademismus und den damit zusammenhängenden Karrierezwecken geworden. Gleichzeitig hat weltweit nicht nur ein massiver Rechtsruck stattgefunden. Auch in linken und queerfeministischen Zusammenhängen lässt sich ein Rollback erkennen. Ein alter Klassenkampf-Marxismus wird wiederbelebt. Dabei drohen Themen wie Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Homo- und Transphobie usw. wieder zu »Nebenwidersprüchen« zu verkommen. Queerfeministische antirassistische, aber selbst antisemitismuskritische Ansätze kriechen unter diesen Umständen nicht selten willfährig unter den Klassenhut. Diesen Tendenzen wird in dem Vortrag die Wert-Abspaltungs-Kritik entgegengesetzt.
Ort: Emser Straße 8/9, 12051 Berlin
Zeit: 12.9.2026.
Beginn: 19:30.

