Robert Kurz im Interview mit Sonia Montano / Magazin IHU online (Brasilien)

1. Wie können die neuen Technologien, Copyleft und das “Leben Online”, die kollektive Werke bedienen, dazu beitragen, um die Utopie, wie Sie sie verstehen, aufzubauen?

2. Wie verbindet sich die „abstrakte Arbeit“ in der Sicht von Marx mit der immateriellen Arbeit der Gegenwart?

3. Die neuen Technologien fordern immer mehr die kollektive Mitarbeit, den „general intellect“ bei Marx, aber innerhalb des individualistischen kapitalistischen Privatsystems scheint es sehr schwer zu sein, dem Rechnung zu tragen. Gibt es einen Widerspruch zwischen dem System, in dem wir leben, und der Notwendigkeit der Sozialisierung, welche die neuen Technologien fordern? Wie kann man diesen Widerspruch lösen?

4. Die kollektiv erbauten Werke wie z.B. Wikipedia geben die Verfasserrechte auf. Welchen Sinn und welche Kraft schreibt der Kapitalismus diesen Verfasserrechten in den verschiedenen Wissens- und Produktionsfeldern zu? In welchem Sinn sind sie eine Form der Macht?

5. Welche Art von Gesellschafts- und Arbeitsverständnis existiert hinter der kollektiven „verfasserrechtlosen“ Arbeit, die beliebig angeeignet und verändert werden kann, sofern es ohne Vermittlung durch Geld geschieht?

6. In welchem Sinn können die neuen Technologien dazu beitragen, dass die Arbeit einen inklusiven Sinn bekommt und die Arbeitslosigkeit nicht weiter steigt?

7. Wie entstehen die gegenwärtigen Workaholics? Welche gesellschaftlichen Folgen hat eine solche Lebensweise?

8. In Brasilien ist jetzt eine tiefe politische Enttäuschung zu beobachten. Die Versprechungen einer linksgerichteten Regierung wurden ebenso wenig eingelöst wie die der vorherigen Regierungen, weder hinsichtlich der Arbeitswelt noch hinsichtlich der politischen Korruption oder der ökologischen Probleme. Wie sehen Sie diese Situation?